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Google hört mit – wenn PCs zu Wanzen werden


Google-Entwickler basteln an einer Technologie, durch die ein PC zum grossen Ohr wird – und das Erlauschte an Google meldet.

Das dürfte jedem Datenschützer und allen, die sich um ihre Privatsphäre Sorgen machen, kalte Schauer über den Rücken rieseln lassen: Google-Leute sind daran, eine Lausch-Technologie zu entwickeln, über die PCs, falls sie mit einem Mikrofon ausgerüstet sind, Geräusche in ihrer Umgebung registrieren, klassifizieren und an Google-Server melden können.

Googles Absicht dabei ist es, mitzukriegen, was bei einem PC-User gerade auf dem Fernseher oder dem Radio im Hintergrund läuft. Darauf basiert könnten dann spezifischer Inhalte – Werbung, aber auch ein Chat zu laufenden Film, Infos über den gerade gehörten Song usw. – auf dem PC angezeigt werden.

Über diese neue Google-Technologie wurde zuerst auf einigen Blogs und Internet-Sites berichtet, die sich auf Suchtechnologien spezialisieren. Über eine solche Site haben wir auch dieses Paper gefunden, in dem zwei Google-Forscher sowie ein Mitarbeiter der
Universität von Jerusalem die Technologie beschreiben. In eine etwas breitere Öffentlichkeit getragen wurde das Thema gestern durch diesen Bericht von 'The Register'.

Lüthi und Blanc, Episode 12, Minute 9,2
Die von den Google-Leuten vorgeschlagene "Audio Fingerprinting"-Technologie beruht, stark vereinfacht gesagt, darauf, dass die aufgenommenen Geräusche in vielleicht fünf Sekunden lange Schnipsel aufgeteilt und in ein Spektrogramm umgesetzt werden. Davon wird dann eine statistische Beschreibung erstellt. Diese Beschreibungen wiederum würden auf einen Google Server geschickt, wo sie mit gespeicherten "Fingerabdrücken" von Filmen, TV oder Radioprogrammen oder Musikstücken verglichen werden könnten. Nach einigen "Hits" in der Datenbank könnte das System dann ausspucken: User x schaut sich gerade Seinfeld, Episode 9, Minute 9,2 an. Schicken wir ihm doch ein bisschen Schoggiwerbung vom Coop.

Die Privatsphäre, so die Entwickler, wäre dadurch geschützt, dass aus der statistischen Beschreibung des Spektrogramms, die ausserdem verschlüsselt übermittelt wird, das ursprüngliche Soundfile nicht wiederhergestellt werden kann – der Inhalt von Gesprächen und anderen Hintergrundgeräuschen sollte also privat bleiben.

Aber natürlich wüsste Google – oder wer auch immer eine ähnliche Technologie entwickelt – immer noch wer sich wann was anschaut oder anhört und ob es das gerade laufende Programm ist oder eine CD oder DVD, und könnte diese Information auch speichern. Und – ohne Google selbst konkrete Absichten in diese Richtung unterstellen zu wollen – dass das System weiterentwickelt werden könnte, um die Fingerabdrücke von Schlüsselwörtern in Gesprächen zu erkennen, liegt nahe.

Vielleicht werden wir uns in Zukunft also sehr genau überlegen, wo genau wir einen PC aufstellen wollen.

Quelle: Inside-IT

Schon erstaunlich, wie alt die Beiträge hier sind. Das Original für den Beitrag stammt noch aus der Zeit vor der Fußball-WM.

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